Bei einer Skoliose leiden Patienten unter einer genetisch bedingten Verbiegung der Wirbelsäule, die dreidimensional in Bögen verläuft. In aller Regel tritt diese Fehlentwicklung bereits im Kindes- oder Wachstumsalter auf. Je früher die Verbiegung der Wirbelsäule beginnt, desto schlechter sind die Heilungschancen, da die Krümmung exponentiell mit zunehmendem Alter weiter fortschreitet. Der Erfolg einer Behandlungsmethode stellt sich je nach Schweregrad ein.
Um eine Skoliose erfolgreich zu behandeln, gibt es verschiedene Methoden, die alle das Ziel der Aufrichtung der Wirbelsäule verfolgen. Patienten, deren Wirbelsäulenkrümmung nur leicht ausgeprägt ist, können mit ausgewählten Übungen im Rahmen einer Physiotherapie die Rückenmuskulatur kräftigen und sie dadurch wieder aufrichten. Besonders sinnvoll ist diese Behandlungsmethode bei Patienten im frühen Kindes- oder Jugendalter. Eine andere, meist wirksame Methode ist das Tragen eines speziell angepassten Korsetts. Bei regelmäßigem Tragen kann dieses die Aufrichtung der Wirbelsäule positiv beeinflussen und eine Operation abwenden. Nur in wenigen, schweren Fällen kann die Skoliose ausschließlich operativ therapiert werden.
Seit einiger Zeit ist die heilende Wirkung von Hyaluronsäure auf Gelenke bekannt. Sie kommt mittlerweile als begleitendes Therapeutikum in der Orthopädie zum Einsatz, beispielsweise bei der Behandlung von Arthrose oder Skoliose. Die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule sind durch Gelenke miteinander verbunden, deren Kontaktfläche mit einem Knorpel überzogen ist. Zwischen den einzelnen Gelenkknorpeln sorgt die Gelenkschmiere für einen sprichwörtlich reibungslosen Bewegungsablauf. Wie beweglich ein Gelenk ist, hängt also von der Menge und der Beschaffenheit der Gelenkflüssigkeit ab. Hyaluronsäure ist wesentlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Sie verbessert die Gleitfähigkeit der einzelnen Gelenke, schmiert sie und dämpft Stöße ab. Zur unterstützenden Wirksamkeit der Skoliose-Behandlung wird Hyaluronsäure direkt in die Gelenke der Wirbelsäule gespritzt. Dies verbessert nicht nur ihre Beweglichkeit während der Physiotherapie oder der Korsett-Behandlung, sondern wirkt gleichzeitig auch schmerzlindernd.
Behandelbar sind alle Gelenke, die durch Injektion zugänglich sind. Außerdem werden durch die Behandlung mit Hyaluronsäure auch die körpereigenen Reparaturmechanismen angeregt. Besonders erfolgsversprechend ist die kombinierte Behandlung von Hyaluronsäure und klassischen Behandlungsmethoden im Wachstumsalter der Patienten. Risiken bestehen bei der sterilen Injektion der Hyaluronsäure kaum. Da es sich um einen körpereigenen Wirkstoff handelt, kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu Abwehrreaktionen. Auch Gelenkinfektionen sind zwar prinzipiell möglich aber sehr unwahrscheinlich.