Als eines der beliebtesten Mittel gegen Alterserscheinungen gilt schon seit längerem das Botulinumtoxin, auch kurz Botox genannt. Dieses bekommt nun Konkurrenz von der Allzweckwaffe Hyaluronsäure. In einem Vergleich soll die Handhabung und Wirkung der beiden Substanzen einmal gegenübergestellt werden.
Bei Botox handelt es sich um ein Substrat, das gezielt die Muskelaktivitäten und deren Kontraktionen stark reduzieren oder gar ausschalten kann, daher trägt es auch oft die Bezeichnung Nervengift. In der Haut befindliche Nervenzellen werden irreversibel beschädigt. Der Aufbau neuer Nervenzellen ist individuell und somit auch die Wirkungsdauer von Botox. Der dadurch auftretende Effekt ist die Glättung kleiner Falten und Verringerung der Faltentiefe, bei sehr starker Faltenausprägung. Allgemein findet eine Straffung der Haut statt. Dies liegt, anders als man erwarten könnte, daran dass die Muskulatur entspannt wird. Botox wird vor allem zur Minderung von Falten im Gesicht angewendet und liefert bei professioneller Behandlung den entsprechenden Erfolg.
Hyaluronsäure wirkt auf eine ganz anderen Art und Weise, hierbei werden weder muskellähmende noch nervenzerstörende Substanzen injiziert. Bei der Behandlung mit Hyaluronsäure werden die Falten oder Vertiefungen in der Haut mit Hyaluron-Gel unterspritzt und durch fachkundige manuelle Verteilung modelliert. Es erfolgt so gesehen eine straffende Auffüllung der Haut von innen. Neben dem Unterspritzen von Falten in Gesicht und Dekolleté kann es auch zur Wiederauffüllung von eingefallenem Gewebe, wie etwa Narben, eingesetzt werden. Die körpereigene Substanz ist sehr gut verträglich und baut sich im Laufe der Zeit über den Stoffwechsel wieder ab.
Bei der Verwendung von Botox treten Auswirkungen bzw. Veränderungen nach etwa zwei Wochen ein. Hat das Substrat seinen maximalen Wirkungsgrad erreicht, beginnen sich die Nervenzellen zu regenerieren indem zerstörte Zellen ersetzt werden. Handelt es sich dabei um eine Erstbehandlung kann bereits nach drei Monaten die komplette Wirkung nachlassen, somit wird eine weitere Behandlung erforderlich. Je öfter die Behandlung mit Botox wiederholt wird, desto weniger Nervenzellen werden anschließend neu gebildet. Das hat zur Folge, dass sich mit der Zeit die Abstände einer Behandlung vergrößern und liegt bei bis zu 12 Monaten.
Bei Hyaluronsäure handelt es sich wie bereits erwähnt um einen körpereigenen Stoff, der über einen bestimmten Zeitraum vom Körper abgebaut wird. Eine abhängige Konstante bildet hier der Einsatzbereich, so dauert der Abbau des Gels in oberen Hautschichten wesentlich länger als der Abbau in tiefergelegenen Bereichen der Haut. Im Schnitt hält die Wirkung bei der Unterspritzung von Falten bis zu sechs Monate. Zu beachten ist, dass der Einsatz von Hyaluronsäure die körpereigene Produktion anregt und zu einer nachhaltigen Verbesserung verhilft. Auch der Wasserhaushalt der Haut wird stabilisiert, wodurch ein gesundes Hautbild entsteht.
Die Verwendung von Botox gilt entgegen vieler Annahmen als risikoarm. Neben der gewünschten Herbeiführung der Muskelentspannung sind die am häufigsten eintretenden Nebenwirkungen ein zeitweises Auftreten von Kopfschmerzen. In einigen, nach Angaben, sehr seltenen Fällen kann die Behandlung zu hängenden Oberliedern führen. Dies liegt dann meist an einer zu hohen Dosierung durch den behandelnden Arzt. Eine Rückbildung dieses Effektes kann mehrere Wochen dauern. Ebenso selten kommt es zur Entstehung von Hämatomen oder Verletzung von Blutgefäßen durch die Injektionsnadel.
Eine Unverträglichkeit der Hyaluronsäure ist nicht zu erwarten. Es kann jedoch zum Auftreten von Hämatomen kommen. Zudem können Unebenheiten entstehen, wenn keine gleichmäßige Verteilung des Gels stattfindet. In äußersten Fällen kann es dabei zur Verkapselung kommen.
Als Fazit ist zu sagen, dass die Behandlung mit beiden Mitteln ihre Berechtigung hat. Es ist nicht immer möglich mit einem Substrat alle gewünschten Effekte herbei zu führen, man sollte sich also Entscheiden können was man primär erzielen möchte. In Angesicht der Kosten, ist eine Behandlung mit Botox wesentlich günstiger, im Gegenzug erzielt der Einsatz von Hyaluronsäure ein nachhaltiges Ergebnis.